geboren: 13.06.1916,
Schweinfurt
gestorben: 09.09.1991,
München
Der Arzt Karl Maria Herrligkoffer gilt als der bedeutendste Organisator und Leiter von Himalaja-Expeditionen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit seinem Namen sind verbunden: die Erstbesteigung des Nanga Parbat 1953, die Erstdurchsteigung der Diamirflanke am Nanga Parbat 1962, die Erstbegehung der Rupalflanke am Nanga Parbat 1970, die erste Ersteigung des Mount Everest ohne Flaschensauerstoff durch einen Deutschen 1978 sowie die Erstbegehung der K2-Südostwand 1986.
Werdegang:
Studium der Medizin an der Universität München; 1940 Promotion. 1941-44 Assistent am Anatomischen Institut an der Universität München. 1944 Habilitation. 1943-45 auch als Polizeivertragsarzt tätig. Seit frühester Jugend Interesse am Bergsteigen im Hochgebirge, insbesondere am Nanga Parbat im Himalaja, an dem sein Halbbruder Willy Merkl 1934 zusammen mit drei weiteren deutschen Bergsteigern und sechs Sherpas tödlich verunglückt. 1953 Übernahme der Leitung einer aufsehenerregenden deutschen Nanga-Parbat-Expedition und Gründung des Deutschen Instituts für Auslandsforschung. Organisation von über 30 weiteren Expeditionen, davon acht zum Nanga Parbat, später auch in die Arktis. Verwertung der Expeditionsergebnisse in zahlreichen Büchern und Filmen.
Kritische Einordnung:
Die Person Karl Maria Herrligkoffer ist nicht unumstritten. Die 1970 auf Herrligkoffers Anweisung hin abgefeuerte rote Signalrakete, die Reinhold Messner veranlasste, im Alleingang zum Gipfelsturm anzusetzen, führte zu Konflikten, die heute noch nicht beigelegt sind. Auch bezüglich Herrligkoffers Führungsstil am Berg gehen die Meinungen der Expeditionsteilnehmer auseinander. Sie alle mussten ihm per Expeditionsvertrag die alleinige Verwertung aller Ergebnisse des Unternehmens überlassen. Vermeintliche Verstöße gegen diese Vereinbarung wusste Herrligkoffer rigoros zu unterbinden.
Literatur
- https://www.herrligkoffer-stiftung.de/index.php/stiftung/karl-maria-herrligkoffer